NICK BRIL VS. ESSENCE
Das Leben von Chefkoch Nick Bril steht niemals still. In einem Augenblick steht er noch als DJ auf dem „Tomorrowland“-Festival, im nächsten sitzt er am Steuer eines Food-Trucks oder verbringt einen Tag mit seinen Kindern und, ach ja, dann gibt es auch noch das Zwei-Sterne-Restaurant in Antwerpen, Belgien. Im The Jane** bereitet er die köstlichsten Gerichte, wie pochierten Hummer mit Kaviar zu. Aber warum er das eigentlich alles tut? „Meine wichtigste Triebfeder ist es, Menschen glücklich zu machen.“
„Ich bin durch Zufall auf diesen Beruf gestoßen, als ich Geld sparen musste, um einen kaputt gefahrenen Motorroller zu ersetzen. Mit 14 begann ich als Spüler in der Küche einer Brasserie. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass mir etwas richtig Spaß machte. Es löste eine Faszination in mir aus. Nicht so sehr das Kochen selbst, sondern die ganze Atmosphäre in der Küche. Die Hektik, die einzigartige Kombination aus harter Arbeit und großer Finesse – es war eine Welt, die mich faszinierte.
Restaurant The Jane begann einst als einfaches, zugängliches Brasserie-Konzept, entwickelte sich aber langsam wieder zurück zur kulinarischen Fine Dining Experience. Die ersten anderthalb Jahre hatte ich auch nicht das Gefühl, dass wir den hohen Erwartungen gerecht wurden. Man erwartete kulinarische Spitzenleistungen von uns, während wir im Grunde nur ein gutes Konzept mit bezahlbaren Menüs vor Augen hatten. Wir wurden bejubelt, doch es fühlte sich irgendwie übertrieben an. Mich störte das. Also habe ich mich bemüht, unser Angebot auf ein höheres Level zu bringen und zu einem kulinarischen Erlebnis zu machen. Ich denke auch, dass das Ambiente des Restaurants dies erforderte. Nach diesen ersten eineinhalb Jahren ist das Restaurant auch viel stabiler geworden. Ich nahm mehr Personal an und begann, strukturierter zu arbeiten. Obwohl es ein großer Betrieb ist, strahlt es eine gewisse Ruhe aus.
Meine wichtigste Triebfeder ist es, Menschen glücklich zu machen. Das ist meine Grundeinstellung, bei allem, was ich tue. Diese Grundessenz motiviert mich, meine Gäste zu erfreuen und zu verwöhnen. Ich möchte ihnen ein unvergessliches Erlebnis bieten. Zugleich bin ich ein Perfektionist. Ich bin nicht schnell zufrieden mit dem, was ich mache und arbeite so lange daran, bis ich das Gefühl habe, dass es besser wird. Es gibt noch immer sehr viele Dinge, an denen ich zweifle. Mittlerweile habe ich aber gelernt, dass manche Dinge einfach Zeit brauchen, um sich entwickeln zu können. Ich denke nicht mehr in Tagen, sondern in längeren Zeiträumen, in denen ich bestimmte Ziele erreichen möchte. Das hilft mir dabei, die Dinge ruhiger anzugehen und meine Unsicherheiten zu überwinden.

Ich führe The Jane gemeinsam mit Sergio Herman. Sergio ist ein Geschäftspartner, der mir vollständig vertraut und mir zugleich alle Freiheiten lässt, den Betrieb ganz nach meinen Ideen zu führen. Er lässt mir sehr viel Freiraum und ist immer für mich da, wenn ich seine Unterstützung brauche.
Ein dritter Stern ist für mich kein konkretes Ziel. Ich möchte einfach als Koch immer besser werden und mich als Unternehmer weiterentwickeln. Das wird zum Teil hier und zum Teil in anderen Unternehmen sein. So habe ich beispielsweise auch einen Food-Truck, mit dem ich auf Festivals Spareribs und marinierte Hähnchen anbiete. Als Küchenchef finde ich auch so etwas eine große Herausforderung. Es muss nicht immer Kaviar und Foie Gras sein!
Wir haben einen großen Betrieb mit zwanzig Köchen aus aller Welt. Dann ist es gar nicht so einfach, für einheitliche Kochkleidung so sorgen. Es war bei uns schon immer ein buntes Durcheinander. Sowohl hier, als auch in Oud Sluis. Wir hatten blaue Schürzen, schwarze Schürzen und graue Schürzen. Gemeinsam mit Chaud Devant haben wir jetzt erstmals einen einheitlichen Look kreiert. Mir war es sehr wichtig, endlich wie ein richtiges Team auszusehen. Dafür sorgen jetzt ein schönes Logo am Rücken, einheitliche Kochjacken, schicke Sneakers und schmal geschnittene Hosen. Die Kochjacke wurde eigens für uns entworfen. Ein modernes, schlichtes Modell mit leicht japanischem Einschlag. Ich wollte etwas Moderneres als die üblichen Jacken und damit den Teamgeist verstärken.“

